Erst-dann-Pläne: Was sie sind und wie man sie nutzt
Kurz gesagt
Die einfachste visuelle Unterstützung
Wenn ein vollständiger visueller Ablaufplan gerade zu viel ist — für dein Kind oder für eine stressige Situation — ist das Erst-dann-Prinzip ein guter Anfang. Die Welt wird auf zwei Felder reduziert: Erst kommt das, was jetzt zu tun ist; dann kommt der nächste Schritt. Mehr nicht. Genau diese Einfachheit macht die Methode so hilfreich.
Ein Erst-dann-Plan beantwortet bei einem Übergang zwei zentrale Fragen: Was muss ich tun? und Was passiert danach? Wenn beides sichtbar vor dem Kind liegt — als Bilder statt als lange Erklärung — wird der Übergang berechenbarer.
Warum „erst, dann“ besser klingt als „wenn du nicht …“
Vergleiche diese Formulierungen:
- ❌ „Wenn du deine Schuhe nicht anziehst, können wir nicht in den Park.“
- ✅ „Erst Schuhe, dann Park.“
Der erste Satz setzt einen negativen Rahmen und kann einen Machtkampf auslösen. Der zweite beschreibt ruhig und positiv die Reihenfolge und geht davon aus, dass es klappt. Die Information ist dieselbe — die emotionale Wirkung eine völlig andere. Das Erst-dann-Prinzip hilft, die Interaktion kooperativ zu halten.
So nutzt du ein Erst-dann-Plan
- Die Aufgabe kommt in „Erst“. Halte sie klein und konkret — eine klare Handlung.
- Etwas Motivierendes kommt in „Dann“. Das muss keine große Belohnung sein; oft reicht die natürliche nächste Aktivität („dann Snack“, „dann Geschichte“).
- Sag es und zeig darauf. „Erst Hände waschen, dann Mittagessen.“ Zeige dabei auf beide Felder.
- Halte dich jedes Mal daran. Das Board funktioniert nur, wenn „Dann“ verlässlich passiert. Vorhersehbarkeit schafft Vertrauen.
- Bleib beim vereinbarten „Dann“. Versprich nichts, was du nicht einhalten kannst, und verschiebe das Ziel nicht, nachdem dein Kind „Erst“ erledigt hat.
Motivierend, ohne zu bestechen
„Dann“ wirkt am besten, wenn es vorher geplant und nicht reaktiv eingesetzt wird. Bereite es vor dem schwierigen Moment vor, nicht mitten in einem Meltdown. Später kann aus dem Erst-dann-Prinzip eine längere Abfolge oder ein Token-Board werden, bei dem mehrere „Erst“-Schritte auf ein größeres „Dann“ hinführen.
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Häufige Fragen
Was ist ein Erst-dann-Plan?
Ein Erst-dann-Plan ist eine einfache visuelle Darstellung mit zwei Teilen. Es zeigt einem Kind, was zuerst zu tun ist und was danach kommt — zum Beispiel ein Bild vom Zähneputzen neben einem Bild der Lieblingsgeschichte. Dadurch werden Übergänge und weniger beliebte Aktivitäten überschaubarer.
Warum funktioniert das Erst-dann-Prinzip so gut?
Es ist konkret, positiv und vorhersehbar. Mit Bildern beantwortet es zwei wichtige Fragen: Was muss ich tun? Und was darf oder kann ich danach tun? Eine schwierigere Aufgabe mit etwas Motivierendem zu verbinden, kann außerdem das Mitmachen erleichtern.
Ist ein Erst-dann-Plan dasselbe wie Bestechung?
Nein. Bestechung ist eine spontane Belohnung, mit der ein Verhalten im Moment beendet werden soll. Das Erst-dann-Prinzip ist eine geplante, vorhersehbare Struktur, die du im Voraus festlegst: Sie vermittelt Reihenfolge und Dranbleiben, und das „Dann“ ist der natürliche, erwartete nächste Schritt — keine Belohnung für einen Meltdown.
Wann sollte ich das Erst-dann-Prinzip statt eines vollständigen Ablaufplans nutzen?
Das Erst-dann-Prinzip eignet sich, wenn ein längerer Ablaufplan überfordern würde — zum Beispiel beim Einstieg in visuelle Unterstützung oder in einer besonders stressigen Situation, in der zwei Schritte genug sind. Wenn dein Kind bereit ist, kannst du daraus einen vollständigen visuellen Ablaufplan machen.